Mittwoch, 20. April 2011

Steigende Zinsen bei Baukredite und Immobilienfinanzierungen: Was nun?

Seit die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen von 1,0 auf 1,25 Prozent erhöht hat, müssen Verbraucher mit einem Zinsanstieg im Kreditbereich rechnen. Zwar werden nicht alle Kreditinstitute schlagartig bei jeder Kreditart ihre Zinsen erhöhen, dennoch wird es allem Anschein nach Zinsanstiege bei einigen Darlehen geben. Banken sind seit der Einführung der Verbraucherkreditrichtlinie im Juli 2010 an einen Referenzzins gebunden, der, sobald er steigt, im Regelfall automatisch auch die gekoppelten Zinsen bei Banken und Sparkassen steigen lässt. Da viele Banken den Leitzins der Europäischen Zentralbank gewählt haben, wird es demzufolge wahrscheinlich zu Zinserhöhungen kommen.

Im Bereich der Baukredite bzw. Immobilienfinanzierungen gehen Experten von steigenden Zinsen aus. Betroffen sind jedoch nicht nur Verbraucher, die einen Baukredit in naher Zukunft in Erwägung ziehen, sondern auch Bauherren, die bereits eine Finanzierung des Eigenheimes vorgenommen haben und laufende Kreditraten bedienen.

Immobilienbesitzer mit einer laufenden Darlehenstilgung sollten, um möglichst steigende Zinsen so gut wie möglich zu umgehen, das Ende der Zinsfestschreibung des aktuellen Darlehens beachten. Endet die Zinsfestschreibungsphase des Baukredits in naher Zukunft, sollte vor Ablauf des Darlehens neu über Zinskonditionen verhandelt und an die derzeitige Lebenssituation angepasst werden sowie gegebenenfalls neue Kreditangebote eingeholt werden.

Bei neuen Kreditangeboten sollten die Zinssätze sowie die Bedingungen sehr gut verglichen werden. Zudem kann es vorteilhaft sein, andere Darlehensarten wie beispielsweise ein eventuell noch nicht bestehendes Forward-Darlehen oder für den öffentlichen Dienst ein Beamtendarlehen mit bei der Suche einzubeziehen.

Beim Forward-Darlehen erhält der Darlehensnehmer in der Regel die Auszahlung des Kredits erst nach einer sogenannten Forward-Periode. Die Forward-Periode ist die Zeit zwischen dem Vertragsabschluss und dem Beginn der Laufzeit, welche frei gewählt werden kann, jedoch höchstens in einem Zeitraum bis zu 60 Monaten. Verbraucher, die ein Forward-Darlehen jetzt abschließen, schließen den Vertrag mit den derzeitigen Zinskonditionen ab. Somit können sie je nach Zinsentwicklung zu Beginn der Laufzeit und der Darlehensauszahlung vom Zinsniveau der Zeit, das bei Abschluss des Darlehens vorlag, profitieren. Jedoch muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass die Zinsbindung für den Laufzeitbeginn im Regelfall mit einem Konditionsaufschlag verbunden ist. Je nach Anbieter und Dauer der Vorlaufzeit werden rund 0,01 – 0,04 Prozent in monatlichen Intervallen abgerechnet.

Beim Beamtendarlehen werden ebenfalls die Zinsen festgeschrieben. Auch hier heißt es Anbieter vergleichen, denn nicht jeder Anbieter bietet auch den passenden Beamtenkredit. Beim Beamtenkredit muss neben den Zinskonditionen auch auf die Bedingungen, dem Anbieter und den Zusatzkosten geachtet werden. Denn hier können bedeutende Unterschiede entstehen. Anbieter, die günstiger in den Konditionen sind, müssen nicht gleichzeitig das günstigste Beamtendarlehen anbieten. Zu den üblichen Kosten des Beamtenkredits, die sich kaum in der Art von anderen Kreditarten unterscheiden, kommen bei einigen Anbietern noch Bearbeitungsgebühren, Vermittlungsgebühren, Maklergebühren usw. hinzu. Diese werden dann zusätzlich zum Beamtendarlehen hinzu berechnet. Das Beamtendarlehen kann durch seine günstigen Zinskonditionen und den längeren Laufzeiten bis zu 20 Jahren hervorragend zur Sanierung eines Hauses, einer Wohnung oder sonstigen Wohnräumen eingesetzt werden. Jedoch sollten Verbraucher beachten, dass der Beamtenkredit keine Immobilienfinanzierung darstellt, sondern in die Kategorie der Konsumentenkredite eingruppiert wird. Da aber der Verwendungszweck frei ist, kann es für die Ausstattung von Wohnräumen, zur Komplettsanierung, zur Gartengestaltung, zur Solarmontage usw. eingesetzt werden. Ein Manko hat der Beamtenkredit jedoch: Er ist ausschließlich für den öffentlichen Dienst konzipiert.

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